Vor Kurzem waren Facebook, Instagram und WhatsApp mehrmals stundenlang nicht erreichbar - mit dramatischen Folgen für manche Unternehmen.

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Während viele kaum etwas vom bisher größten SocialMedia-Ausfall aller Zeiten mitbekamen, kamen bei anderen, vorrangig Unternehmen, plötzlich Existenzängste auf: von einer Minute auf die andere gab es zB. keine Buchungen mehr, ja nicht einmal die Kommunikation mit Kunden war noch möglich, da alles über Facebook und Whatsapp lief. Dass für europäische Unternehmen die Nutzung dieser US-Dienste schon aus Datenschutzgründen eigentlich unzulässig ist, scheint bei vielen kaum eine Rolle zu spielen - "es ist halt so praktisch". Die Konzentration seines Online-Marketings auf einen einzigen Kanal hat einen ganz gravierenden Pferdefuss!

Es ist riskant, sein Online-Marketing fast völlig von privaten Plattformen abhängig zu machen.

Es muss sich nicht einmal um ein technisches Problem handeln, dass man von einem Moment auf den anderen ohne Reichweite dasteht. Schon wenn Facebook - wie so häufig - wieder einmal seinen Algorithmus ändert, sind die vielen Facebook-Fans kaum noch etwas wert, weil man sie nicht mehr erreicht. Oder die Anzeigenpreise auf Facenook steigen in lichte Höhen und man kann/will sich das Werben dort nicht mehr leisten. Schließlich gibt es auch keine Garantie dafür, dass die Plattform, die heute "hip" ist, morgen überhaupt noch existiert oder von der eigenen Zielgruppe noch genutzt wird. Wer denkt heute etwa noch an SecondLife?

Es ist natürlich richtig, sich auf einige wenige Marketing-Kanäle zu konzentrieren und diese dann ausgiebig zu nutzen, denn "ein bisschen da und ein bisschen dort" bringt auf Dauer keinen Erfolg. Es ist aber ein Fehler, dabei alles auf nur eine Karte zu setzen.

  • Ganz schlimm war der SocialMedia-Ausfall wohl für Unternehmen, die meinten, aufgrund der Facebook- oder Whatsapp-Nutzung ganz auf eine eigene Website und eigene E-Mail-Kontakte verzichten zu können - das wäre, als würde man sein Geschäft ohne Auslage eröffnen und darauf hoffen, dass man im Telefonbuch schon ausreichend wahrgenommen wird.
  • Wer für seine Online-Kommunikation vor allem und zuerst die eigene Website nutzt, ist nicht von Dritten abhängig, deren Verhalten und Verfügbarkeit sich vollkommen dem eigenen Einfluss entzieht und sich - wie man schmerzlich erfahren musste - von einem Moment auf den anderen ändern kann. Erst nachdem man seine Inhalte auf der eigenen Website publiziert hat, sollte man andere Plattformen nutzen. Dies hilft übrigens auch der eigenen Suchmaschinensichtbarkeit - und nicht der von Facebook, Instagram und Co.
  • Wichtig ist, dass die eigene Website in Suchmaschinen gefunden wird, da man auf diesem Weg verlässlich Besucher erreichen kann, auch wenn SocialMedia-Kanäle ausgefallen sind.
  • Wenn man zusätzlich zur Kommunikation über SocialMedia-Kanäle auch einen eigenen E-Mail-Newsletter anbietet oder wenigstens deren Mailadressen (selbstverständlich nur mit Erlaubnis zur Zusendung werblicher E-Mails!) gespeichert hat, kann man seinen Kunden schreiben, wann immer man will (und nicht, wenn irgendein Algorithmus es zulässt).

interact!multimedia empfiehlt seinen Kunden schon immer, in der Online-Kommunikation zuallererst jene Medien zu nutzen, über die man (weitgehend) selbst die Kontrolle hat und sich nicht Dritten ausliefert, auf die man keinen Einfluss hat. Wie so oft kann die Bequemlichkeit der Nutzung von SocialMedia-Plattformen einen hohen Preis haben, wenn man sich ausschließlich auf sie konzentriert. Vilefalt statt Monokultur sollte die Devise sein!